Rsy-Detailseite

Sicherheit für Solar-Pioniere – Stadtwerke Roth bleiben ein zuverlässiger Partner

Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, erhalten nach dem EEG (Erneuerbare Energien-Gesetz) eine feste Einspeisevergütung, die nach 20 vollen Betriebsjahren endet. Insgesamt sind zum Jahresende, am 31. Dezember 2020, in Roth erstmals 18 Anlagenbetreiber betroffen. Die Stadtwerke Roth sichern diesen Solarpionieren zu, dass die Anlagen im Netz der Stadtwerke Roth weiterbetrieben werden können und auch eine geringe Entschädigung für den Strom bezahlt wird!

Bürgermeister Ralph Edelhäußer ist stolz auf das Engagement der Rother Bürger*innen. „In den Jahren zwischen 1996 und 2000 musste für die Erzeugung von Solarstrom sehr viel Geld investiert werden und die Solarpioniere sind ein hohes wirtschaftliches Risiko eingegangen, um den Klimaschutz in der Stadt voranzubringen.“ Einer der Solarpioniere ist Dr. Edgar Michel aus Rothaurach. Im Jahr 2000 hat er auf das Süddach seines Wohnhauses 40 Solar-Module montieren lassen. Seitdem erntet er zwischen 4.000 kWh und 4.500 kWh Solarstrom pro Jahr. Damit kann rechnerisch ca. 90% des Stromverbrauchs der Familie abgedeckt werden. Nach der aktuellen Gesetzeslage, dürfte er nach Ablauf der Vergütung des Stroms zwar weiter einspeisen, aber eine Deckung der Kosten für Zähler und Versicherung ist dann nicht mehr gewährleistet. Diese Problematik hatte Edgar Michel auch als Mitglied des Rother Stadtrats erkannt und bereits im September 2017 in einem Antrag eine Lösung für die Alt-PV-Anlagen gefordert.

Die 18 Anlagen, deren Förderung zum Jahresende ausläuft, haben eine Gesamtleistung von 54,4 kWp und liefern jährlich zwischen 45.000 und 50.000 kWh Strom. Sie leisten einen wertvollen Beitrag zur Erhöhung des Ökostrom-Anteils im Netz der Stadtwerke Roth. Die Anlagen helfen, ca. 20 Tonnen des Treibhausgases CO2 zu vermeiden.

Solange die Anlagen funktionieren, wäre es ein unnötiger Verlust, sie abzubauen. Deshalb sichern die Stadtwerke Roth zu, den Solarstrom der Altanlagen für die kommenden zwei Jahre zum Börsenpreis für Strom, den sogenannten Baseload-Preis, abzunehmen. Der Baseload Preis für das erste Quartal 2020 belief sich beispielsweise auf 2,657 Cent/kWh.

Des Weiteren bieten die Stadtwerke den Solarpionieren bei Bedarf eine individuelle Beratung an, welche Möglichkeiten des Weiterbetriebs sinnvoll erscheinen und mit welchem Aufwand dies verbunden sein kann. So soll den Eigentümern die Entscheidungsfindung, wie sie mit ihrer „ausgeförderten“ PV-Anlage weiter verfahren wollen, erleichtert werden.

Prinzipiell hat ein Betreiber einer Alt-PV-Anlage drei Möglichkeiten:

  • Fortführung der Volleinspeisung
  • Umstellung auf Eigenstromnutzung und Überschusseinspeisung mit Umbau der Zähleranlage
  • Repowering – Abbau der Altanlage und Errichtung einer neuen PV-Anlage mit neuer EEG-Vergütung

Das Thema der Alt-PV-Anlagen wird auch in Roth jedes Jahr wichtiger. Ab 2025 läuft dann auch die Förderung für größere PV-Anlagen aus. Aktuell sind im Netzgebiet der Stadtwerke Roth 531 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 9.153,9 kWp in Betrieb.

  • Erster Bürgermeister Ralph Edelhäußer, Solar-Pionier Dr. Edgar Michel und Werkleiter Dr. Gerhard Brunner freuen sich, dass nach zwanzig Jahren die Photovoltaikanlage immer noch sehr ertragreich arbeitet.