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Solarpark am Lärmschutzwall bei Kleinschwarzenlohe – Stadtwerke-Kooperation

Die Gemeindewerke Wendelstein und die Stadtwerke Roth nehmen nicht zuletzt die aktuelle Energiekrise zum Anlass, die Planungen für einen gemeinsamen Solarpark am Lärmschutzwall der A6 bei Kleinschwarzenlohe zu intensivieren. Geplant ist eine PV-Anlage mit einer Leistung bis zu 1 MW, die Strom für ca. 250 Vier-Personen-Haushalte liefern kann und zu einer jährlichen CO2-Einsparung von mindestens 400 t führen wird (entspricht 2 Mio. Mittelklasse-PKW-km).

Der Vorstand des Gemeindewerke Wendelstein Kommunalunternehmens, Matthias Dollinger, und Werkleiter der Stadtwerke Roth, Dr. Gerhard Brunner, führen seit über einem Jahr Gespräche, die Anlage in einer Kooperation umzusetzen. Die Gremien der beiden kommunalen Unternehmen haben dem Vorhaben bereits in 2021 zugestimmt. Die Planungen für die Anlage laufen seit dem Jahr 2018. In Kooperation mit der Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg beschäftigte sich der angehende Maschinenbauingenieur Markus Kurzdörfer mit der Umsetzbarkeit der PV-Anlage am Lärmschutzwall. Betreut wurde die Bachelor-Arbeit von Dr. Gerhard Brunner und Prof. Matthias Popp.

Der Lärmschutzwall an der A6 nördlich des Wendelsteiner Ortsteils Kleinschwarzenlohe befindet sich im Eigentum der Autobahn GmbH des Bundes. Mit der zuständigen Dienststelle in Fürth befinden sich die beiden Werke in einem konstruktiven Austausch, um einen Mietvertrag zu erzielen.

Technische Fragen des Netzanschlusses sind bereits gelöst und die naturschutzfachlichen Untersuchungen wurden im vergangenen Jahr durchgeführt. An Lösungen, wie die Pflege des Lärmschutzwalls weiterhin sichergestellt werden kann, wird aktuell gearbeitet.

Die Stadtwerke Roth und die Gemeindewerke Wendelstein hoffen mit dem Projekt ein starkes Signal der interkommunalen Zusammenarbeit im Landkreis senden zu können. Das Projekt kann nicht nur zur Stabilisierung der regionalen Stromversorgung beitragen, sondern bietet auch sehr gute Voraussetzungen, um die Energiewende vor Ort zu gestalten und dabei flächensparend den Eingriff in die landwirtschaftliche Produktionsfläche zu verringern. Ganz ohne Verlust von Landwirtschaftsflächen wird auch die PV-Anlage am Lärmschutzwall nicht auskommen: Für den Eingriff in die Natur wird man einen ökologischen Ausgleich leisten müssen.

Ziel der Werke ist es, die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung der Anlage in 2022 zu erhalten. Wenn dies gelingt, können in einem Jahr die Sonnenstrom-Kilowatts ins regionale Stromnetz fließen.

  • Matthias Dollinger (li.) und Dr. Gerhard Brunner präsentieren vor Ort ihre gemeinsame Projektidee