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STADTWERKE-CHEFS AUS ROTH UND SCHWABACH SPRECHEN IM SENEGAL ÜBER SICHERE GASVERSORGUNG

DAKAR/SCHWABACH/ROTH – Der Generaldirektor der staatlichen Energiegesellschaft Petrosen Holding (Societé des Pétroles du Sénégal), Adamo Diallo, empfing die Leiter der Stadtwerke Roth und Schwabach zu einem energiepolitischen Fachgespräch in der Konzernzentrale in Dakar. Unmittelbar nach dem Treffen brach Adiamo Diallo zu Verhandlungen mit der Bundesregierung zum Abschluss eines Gasliefervertrags nach Berlin auf.

Dr. Gerhard Brunner und Winfried Klinger befinden sich auf einer Delegationsreise in die Schwabacher Partnerstadt Gossas, um mit lokalen Akteuren Fragen der Energie- und Wasserversorgung zu besprechen.

Die Möglichkeit des Gesprächs mit Adamo Diallo, der gleichzeitig Bürgermeister in Gossas ist, nutzen die beiden Stadtwerkeleiter zur Werbung für Gaslieferungen nach Deutschland. Winfried Klinger ist es ein großes Anliegen, die Erdgasversorgung für Schwabach zukünftig unabhängig von russischen Lieferungen zu organisieren.

Petrosen Holding ist die staatliche senegalesische Energiegesellschaft. Sie organisiert die Erkundung und Nutzung von Erdgas- und Erdöllagerstätten in dem westafrikanischen Land. Im Senegal befinden sich zwei große Erdgaslagerstätten, die für die nationale Stromversorgung sowie für den Export in Nachbarländer genutzt werden. Adiamo Diallo griff das Interesse der Besucher aus Deutschland an senegalesischem Gas positiv auf. Der Senegal beabsichtige die Gaslieferungen nach Deutschland voraussichtlich bereits Ende 2023 aufzunehmen.

Brunner und Klinger begrüßten die Bereitschaft für Gaslieferungen nach Deutschland. „Aktuell gibt es keinen Gas-Engpass in Deutschland. Aber eine zusätzliche Lieferquelle sichert die Versorgungssicherheit“, betonte Brunner. Petrosen plant verflüssigtes Erdgas (Liquid Natural Gas LNG) mit Tankern nach Deutschland zu exportieren.

Adiamo Diallo war bis April 2022 Generalsekretär im senegalesischen Energie-Ministerium. Deshalb war er auf die Frage von Winfried Klinger nach den energiepolitischen Zielsetzungen des Staats Senegal bestens vorbereitet. Der Senegal sei jetzt schon Vorreiter in Afrika. Ziel sei es, den Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromproduktion auf 30% zu steigern, so der Energie-Manager.

Aktuell erfolgt der Ausbau von Batterie-Speichern, um die Solarenergie im Senegal auch nachts nutzen zu können und die stabile Stromversorgung zu sichern. Brunner und Klinger erlebten gerade in den ländlichen Regionen, dass der Strom mehrfach täglich ausfallen kann.

Diallo betonte, dass der Energiemix aus Solar und Gas das Land in die Zukunft führen solle. Dazu werde jedoch fachliche Unterstützung benötigt. Diallo würde sich über Fachkräfte aus Deutschland freuen, die am Umbau der Energieversorgung im Senegal beratend mitarbeiten. Brunner und Klinger sicherten zu, Möglichkeiten eines fachlichen Austausches zu prüfen. Die Themen Wasserversorgung und Solarstromerzeugung können hier sicherlich Schwerpunkte bilden. „Der Gossas-Besuch inmitten der energiepolitischen Zeitenwende eröffnet ganz neue Dimensionen der Zusammenarbeit zwischen Nord und Süd“, so Brunner und Klinger.

  • Dr. Gerhard Brunner und Winfried Klinger mit Adamo Diallo